Samstag, 11. August 2012

New York

Ich bin endlich in New York angekommen.

Im Anflug auf New York flogen wir wegen eines Unwetters etliche Warteschleifen. Ich fragte mich, wie lange wohl so ein Transatlantikflug in der Warteschleife warten kann. Die Frage wurde nach einer halben Stunde beantwortet.

Alle Flugplätze in New York wurden wegen des Unwetters geschlossen und wir mussten nach Boston umgeleitet werden. In Boston angekommen warteten wir im Flugzeug auf besseres Wetter in New York. So wurde aus dem 8-Stunden-Flug ein 13-Stunden-Flug.

Warteschleifen. 17 Minuten wären ein Traum gewesen.

Morgen muß ich mir ein neues Hotel suchen, weil dieses in dem ich jetzt bin, ab morgen ausgebucht ist. Schade drum, denn ich habe hier für wenig Geld ein richtig tolles 2-Zimmer-Appartment bekommen.

Sonnabend und Sonntag werde ich mal schauen, was New York so zu bieten hat.

Am Montag werde ich gleich morgens zum Zoll fahren und versuchen mein Motorrad zu bekommen.

STEPHAN
Secaucus/NJ

Donnerstag, 9. August 2012

Die Reise hat begonnen

Endlich hat die Reise begonnen. Ich bin in einer kleinen und feinen Pension in Hamburg, um auf meinen Flug nach New York zu warten. Ich werde hier übernachten, weil mein Flug morgen früh schon um 06:00 Uhr losgeht und ich mir den Anreisestress mitten in der Nacht ersparen möchte.

Auf der Zugfahrt nach Hamburg hatte ich endlich einmal Zeit, mir in aller Ruhe Gedanken über die Reise zu machen. Dabei liefen mir immer wieder eiskalte Schauer über den Rücken.

Habe ich an alles gedacht? Was wird mich erwarten? Und vor allen Dingen, werde ich das finden, was ich suche?

Fragen über Fragen, die ich hoffentlich am Ende der Reise beantworten kann.

Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich wieder unterwegs bin.

Der erste Schritt, der Wichtigste der ganzen Reise.

Sehr positive Nachrichten gibt es aus New York. Die Kiste mit dem Motorrad steht im Lagerhaus der Spedition und ist von der „Homeland Security“ (Ministerium für Innere Sicherheit) schon freigegeben worden. Anscheinend geht keine Gefahr für die nationale Sicherheit vom Motorrad aus. Jetzt fehlt nur noch die Freigabe durch den Zoll.

STEPHAN
Hamburg/Germany

Donnerstag, 2. August 2012

noch einmal 7 Tage

Schon wieder 7 Tage bis zur Abreise. Soweit war ich schon einmal. Die Reisevorbereitungen halten sich in Grenzen, denn ich wäre ja eigentlich zu diesem Zeitpunkt schon in New York.

Das Motorrad ist jetzt definitiv auf dem Schiff (der OOCL Netherland) und schippert schon irgendwo auf dem Atlantik rum.

Der Spediteur in New York hat noch immer nicht herausgefunden, wie das Motorrad in die USA eingeführt wird. Ich bin einmal gespannt, ob es da noch größere Probleme geben wird.

Sonst gibt nicht sehr viel zu berichten. Ich fiebere schon dem Tag der Abreise entgegen.

STEPHAN

OOCL Netherland auf der Elbe (Bild mit freundlicher Genehmigung von F. Katzer, danke)

Montag, 23. Juli 2012

wieder 17 Tage

Der amerikanische Zoll macht mich wahnsinnig. Nicht nur das die Situation in New York unübersichtlich ist, jetzt hat auch noch der amerikanische Zoll in Hamburg zugeschlagen.

Von Zeit zu Zeit zieht dieser in Hamburg Container zur Überprüfung aus dem Verkehr. Und jetzt hat es ausgerechnet den Container mit meinem Motorrad erwischt. Da diese Überprüfung leider etwas länger dauerte, hat der Container das Schiff verpasst.

Das Motorrad steht also noch in Hamburg und wartet auf das nächste Schiff. Zum Glück fährt jede Woche ein Schiff die Tour nach New York. Das heißt für mich, entweder eine Woche in New York unnütz warten oder den Flug umbuchen.

Ich habe mich entschieden, den Flug um 14 Tage nach hinten zu verschieben. Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber, der da mitspielt.

Wenn ich den Flug schon umbuche, kann ich auch gleich meine Taktik ändern. Vorher wäre ich vor dem Motorrad in New York angekommen, was sich als nicht so praktisch herausstellte. Jetzt komme ich danach  an und die New Yorker Spedition hat mehr Zeit für die Einfuhr des Motorrades.

Neuer Abflugtermin ist der 10.08.12. Diese Planänderung ist natürlich wieder mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ich werde wohl irgendwo sparen müssen.

Ich bin mal gespannt, was als Nächstes kommt.

STEPHAN

Donnerstag, 19. Juli 2012

noch 7 Tage


Das Reisefieber fängt so langsam an. Mitunter denke ich, warum tue ich mir immer so außergewöhnliche Reisen an. Es wäre doch so einfach, sich einer Agentur anzuschließen und sich reisen zu lassen. Aber ich glaube, dass dies ungewisse und individuelle den Reiz so einer Reise ausmacht.

In den letzten Tagen war mein Telefonanschluss gestört. Ich hatte weder Telefon noch Internet. Da habe ich gemerkt, wie abhängig und hilflos man ohne Internet bei der Planung so einer Reise ist.

Dann gab es noch eine Schrecksekunde durch meinen Spediteur in New York. Es wird wohl doch nicht so einfach sein, das Motorrad aus dem Zoll zu bekommen. Die Spedition in New York kann zwar millionenschwere Industrieanlagen importieren, aber bei der Einfuhr eines Motorrades haben sie Probleme.

Nach einigen Dutzend E-Mails mit Behörden und Ämtern in New York, Telefonaten mit meinem amerikanischen Spediteur und dem Lesen einiger amerikanischer Zollgesetzten und -vorschriften, scheint das Verfahren, wie ich das Motorrad einführen kann, jetzt endlich abgestimmt zu sein. Ich entwickele mich langsam zu einem Spezialisten für die Einfuhr von Fahrzeugen. Ich frage mich, warum ich einen Zollagenten in New York habe, dem ich sagen muss, wie der Import gehen könnte.

Dann werde ich das Motorrad wohl nicht sofort bekommen, denn der Container mit dem Motorrad muss erst noch durchleuchtet werden. Die Wartezeit bis dahin kann bis zu einer Woche betragen.

Es gibt auch wieder eine kleine Änderung im Plan. Mein neuer Zielort wird Vancouver in Kanada sein. Dies hat taktische Gründe. Denn ich muss eigentlich mit dem Motorrad zusammen aus den USA ausreisen. Dies wird im Allgemeinen vom Zoll nicht so streng kontrolliert, aber ich möchte da kein Risiko eingehen. Deshalb die „Flucht“ nach Kanada.

Der Dollarkurs macht mir Sorgen. Die Eurokrise wird sich auch auf meine Reisekasse auswirken. Der Kurs nähert sich dramatisch der 1,20 Euro Grenze. Dies wird meinen Urlaub um ca. 10% teurer, als geplant machen.

Ich lasse es mir an meinem letzten Wochenende vor der Reise noch mal gut gehen, bevor es dann in den Endspurt geht.

STEPHAN